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Anja Schwien

 

 

Als ich im Alter von 3 Jahren zum ersten Mal mit meinem Vater gemeinsam auf einem Pferd gesessen habe, war es um mich geschehen. Egal, wo ich Pferde gesehen habe, war ich Feuer und Flamme.

Seitdem war es mein Kindheitstraum ein eigenes Pferd zu haben. Leider war dies nicht möglich, allerdings durfte ich einmal wöchentlich in einer Reitschule zum Unterricht. Schnell bemerkte ich, dass weder die Pferdeunterbringung noch der Umgang mit den Pferden wirklich harmonisch oder artgerecht war. So verging mir die Lust weiter dorthin zu gehen.Sehr bald hatte ich jedoch das Glück jedes Wochenende mit Freundinnen bei einem Ponyverleih auszureiten. Stundenlage Ausritte im wunderbaren Reitgelände, ohne Sattel und verschnallten Pferdemäulern machten mir und den Ponies viel Spaß.

Durch einen Umzug in eine andere Stadt, war ich nun von meinen Freundinnen getrennt und somit auch von den gemeinsamen Ritten. Aber wenn eine Tür zu geht, öffnet sich irgendwo eine Neue. Und so kam es, dass ich in der Nachbarschaft die Möglichkeit hatte bei den Pferden mitzuhelfen. Ich übernahm Verantwortung, lernte viel über das Verhalten der Pferde, probierte Neues aus - egal bei welchem Wetter - ich war nun mit den täglichen Aufgaben vertraut und konnte durchsetzen, dass die Pferde selbst im Winter auf eine Wiese durften. Sie konnten sich frei bewegen und die frische Luft genießen. Das war ganz nach meinen Vorstellungen.

Ich hatte eine innige Beziehung zu den Pferden, ich kannte sie ganz genau und wurde von ihnen freudig begrüßt. Glück, Zufriedenheit, Verbundenheit, Vertrautheit und Liebe konnte ich hier erleben. Ich habe immer aus dem Bauch heraus gehandelt, mich für meine Werte und Vorstellungen eingesetzt, weil ich die gängige Norm nicht verstanden habe und nicht akzeptieren wollte.

Ich habe verstanden, dass es auch Menschen gibt, die ein zufriedenes, sensibles, williges und zuverlässiges Pferd an ihrer Seite haben wollen. Das ihnen vertraut und mit dem sie gemeinsam Spaß haben können.

1987/88 hatte ich dann die Chance ein Jahr als Austauschschüler in den USA zu verbringen, aber ohne Pferde war das traurig. Meine Gastmutter jedoch bemühte sich um eine "Reitbeteiligung" und so bekam ich in den USA wieder Kontakt zu Pferden - die glücklicherweise schon in großen Paddocks und Unterständen gehalten wurden. Dort bin ich im Freizeitpolo gelandet, was viel Spaß machte. Gleichzeitig ergab sich daraus die Möglichkeit mich einem "schwierigen Pferd" anzunehmen. Ich habe sehr viel von diesem buckelnden, steigenden und sich hinschmeißenden Pferd gelernt. Doch das Ergebnis war sensationell, er wurde reitbar und ist mit mir durch Dick und Dünn gegangen. So folgten dann noch viele weitere Pferde auf meinem Weg.

Jetzt - 1999 kam das einschneidende Erlebnis! Ich war auf der Equitana als Zuschauer und saß dort im großen Ring und dort traten Pat Parelli und sein Team auf. Das hatte ich noch nie zuvor so gesehen. Pat und Birger hatten ihre Pferde frei neben sich herlaufen und diese folgten ihnen auf jeden Schritt.

Unglaublich - ich war sofort fasziniert und ich wollte das auch!

Somit meldete ich mich zu meinem 1. Kurs als Zuschauer an und bald darauf zu meinem 1. Kurs mit meiner 3-jährigen Stute Tashuna. Damals war ich hochschwanger mit meinem Sohn Tim - aber egal - ich wollte das Prinzip des Horsemanships lernen.

Von da an war ich so begeistert und habe fleißig geübt - wie das so geht mit 2 kleinen Kindern. Doch habe ich mich aufhalten lassen? Nein - natürlich nicht. Es war mein Herzenswunsch meine Arbeit mit Pferden zu verbessern. Ich habe immer weiter gelernt ,das kennst du sicherlich auch, wenn es etwas NEUES gibt sind die Menschen um dich herum echt komisch. Bis hin zum Mobbing habe ich alles erlebt!

Und dann kam WIM. Wim war ein echtes Problempferd, was ich nachdem Pat diesen 1,75 m großen Wallach 2001 auf einem seiner Savvy Days vorstellte und mit Birger Gieseke zusammen weiter ausgebildet habe.

Die genaue Geschichte kannst du gerne in meinem Buch nachlesen, denn das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Kurz gesagt - was ich durch Wim - ein echter Lehrmeister gelernt habe und somit auch immer wieder in meine Arbeit einfließen lasse:

1. Nimm die Herausforderungen an - stelle dich den Aufgaben

2. Er hat mich in Vertrauen, Verständnis und Durchhaltevermögen geschult. Immer wieder dran zu bleiben, auch wenn es manchmal frustrierend war - an ihn zu glauben und die Hoffnung nicht aufzugeben

3. Das größte Geschenk war sein großes Herz erobert zu haben, einen wahren Wegbegleiter gefunden zu haben, der mit mir durch dick und dünn gegangen ist.

Ich habe immer an Wim geglaubt und er hat mir seine Liebe geschenkt. Auch Momo, mein jetziger Quarter Horse Wallach hat mich die letzten Jahre noch sehr viel mehr gelehrt, als dass es nur "Training" gibt. Wie achtsam ich mit ihm umgehen muss, ihn gut zu beobachten, sein Verhalten zu verstehen u.v.m.

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen und für die Menschen, die mich auf seinem Weg begleitet haben, damit er ein glückliches Leben bei mir führen kann. Viele weitere Seminare und Schulung folgten bei renommierten Trainern und ich bilde mich auch jetzt noch regelmäßig fort, denn ich lerne nie aus! Denn Stillstand ist Rückschritt! Deshalb freue ich mich jetzt auf das Mustang Makeover, um zu schauen, ob ich die Chance habe - das Herz eines Mustangs zu gewinnen.

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